Warum spielen die Russen so gut Schach

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Seit vielen Jahrzehnten dominieren die Russen (gut, früher waren es die Sowjets) die Schachszene. Auch wenn in den 70iger - Jahren Bobby Fischer und noch viel früher sogar ein Deutscher einmal Schachweltmeister war, stellt man fest wie viele gute Spieler die Russen heraus bringen. Wieso spielen Russen so gut Schach. Sind Russen die klügeren Menschen?

Fazit: Schach galt schon seit 1920 in Russland als ein Volkssport. Die KPDSU (die Kommunistische Partei) hat darin ein Mittel gesehen, um das Niveau der Bevölkerung geistig zu steigern und so das Schachspielen gefördert. Als Ergebnis sind viele gute Schachspieler aus den russischen Schachschulen entsprungen.


Es ist in der Tat so, dass aus Russland sehr viele erfolgreiche Schachspieler kommen. Es sind nicht nur die Spitzensportler, es gibt generell in Russland eine große Anzahl an Schachspielern die alle sehr gut spielen können.


Das Schachspielen alleine hat natürlich nichts mit Intelligenz zu tun. Ein Schachspieler muss viel mehr sein, er muss sich intensiv mit seinem Sport auseinander setzen und sehr viele Stellungen auswendig lernen. Die meisten Partien auf Spitzenniveau werden nicht mehr durch Intelligenz oder besonders gute Ideen entschieden, sondern vielmehr durch die Psychologie. Da alle Weltklassespieler fast über gleiches Wissen verfügen, stellt man eher psychologische Fallen als das man die Schachfiguren bemüht.


Warum können die Russen denn nun so besonders gut Schach spielen. Der Grund liegt einfach im Stellenwert in der Gesellschaft. Während in Deutschland der Fußball sehr gut gefördert wird, wird in Russland und den anderen russischen Republiken eben der Schachsport sehr intensiv gefördert. Schach ist in Russland häufig ein Schulfach das schon Kinder auf hohem Niveau spielen lernen. Starke Spieler werden vom Staat bezahlt und gefördert und können sich so alleine dem Schachspiel widmen. Außerdem erhalten in Russland starke Schachspieler Ruhm und auch Macht angeboten. Man kann in Russland also nicht nur gut vom Schachspiel leben, sondern man sichert sich damit auch gleichzeitig eine Kariere.


Ein gutes Fördersystem für begabte Spieler, gute Aussichten auf Geld und Ruhm sind eine hervorragende Grundlage um viele gute Schachspieler hervor zu bringen. Auf diese Weise wurde in Russland das Schachspiel sehr weit entwickelt und die Russen haben sich gegenüber anderen Nationen einen erheblichen Vorteil verschaffen können. Zwar gibt es in Indien, Deutschland, USA, der Tschechei und vielen anderen Nationen auch gute und sehr gute Schachspieler, diese müssen aber nebenbei noch für Ihre Zukunft sorgen und Geld verdienen da man vom Schachspielen in diesen Ländern nicht leben kann.


Bobby Fischer (USA), der von 1972 - 1975 Weltmeister im Schach war, hat sogar eigens Russisch gelernt, da er nur so die guten Partien de sowjetischen Schachspieler studieren und analysieren konnte. Der Inder Viswanathan Anand hat nun ebenfalls die Bastion der Russischen Schachweltmeister durchbrochen.


Die Russen sind nicht klüger als andere Nationen. Allerdings fördern sie den Schach besser und erhalten daher auch ein höheres Niveau.

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Diese Seite enthält einen einen einzelnen Eintrag von Uwe vom 12.02.09 19:47.

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