Antwort auf:Warum den Zensus 2011 - was soll das, es sind doch eh alle Daten vorhanden?

In diesem Jahr findet wieder eine Volkszählung statt, allerdings nennt man sie nicht so - der Name Zensus 2011 ist wohl beruhigender für die Bevölkerung aber der Staat erhebt Daten. Als Eigentümer eines Wohnhauses oder einer Eigentumswohnung muss man verpflichtend teilnehmen und sogar noch eine Briefmarke für den Umschlag investieren. Was soll dass, es sind doch alle Daten bei den Behörden, Finanzamt, Einwohnermeldeamt, Krankenkassen usw. erfasst. Was soll die Volkszählung leisten? Die Erfassung von statistischen Daten die sinnvoll verwendet werden ist nie falsch. Kann man doch mit verlässlichen Informationen für die nächsten zehn oder zwanzig Jahre den Bedarf für notwendige Veränderungen der Infrastruktur ermitteln und so frühzeitig entsprechende Maßnahmen einleiten. Dies ist zumindest der Grundgedanke einer solchen Erfassung, vertrauen wir einfach mal darauf dass die Daten auch in dieser Form genutzt werden.

Die Bevölkerung wird bei der dieses Jahr stattfindenden Volkszählung nur zu 20% befragt, alle andere Daten werden tatsächlich aus den verschiedenen Quellen der Behörden oder Sozialversicherungen erfasst und zusammen geführt. Aber eben dies ist auch der Grund für die Befragung der Wohnungseigentümer und einiger zufällig gewählten Personen. In Deutschland werden sehr viele Personen und sehr viel Eigentum erfasst, dieses System ist aber keineswegs perfekt, da in Deutschland aufgrund von Datenschutzgesetzen auch für die Regierung keine vernetzten Informationen vorliegen. Wer z. B. von Thüringen nach Rheinland-Pfalz umzieht, wird zwar aufgrund von diversen Anmeldungen in Rheinland - Pfalz erfasst aber das Bundesland Thüringen weis nichts von dem Wegzug. Dies führt zu Fehlern in der Statistik und als Folge auch zu falschen Planungen. Dies ist der Grund warum von Zeit zu Zeit eine Volkszählung (oder wie man ihn aktuell bezeichnet, als Zensus 2011) durchführt.

Dabei werden die Befragten teilweise sehr wohl feststellen, dass sie für Eigentum befragt werden, dass sie gar nicht besitzen. Durch die Übertragung der Informationen aus unterschiedlichen Quellen kommt es zwangsläufig zu doppelter und falscher Erfassung, da niemals die notwendigen Informationen vorliegen um einen Bürger zweifelsfrei zu identifizieren. Einen Hans Müller wird es sicherlich mehr als einmal in Deutschland geben und man weis in diesem Fall nie, ob der besagte Hans Müller doppelt erfasst ist (durch Umzug) oder ob es sich um einen anderen Hans Müller handelt.

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